Der Kode der 22 Buchstaben

Urheber bzw. Zustandekommen dieses alphabetischen Rituals auf Schloss Haggenberg ist bis heute unbekannt. Wir können nur auf Personen hinweisen, welche damit zu tun haben müssen, weil sie sich mit den wesentlichen Ansätzen beschäftigt haben.

DIE PRISCA THEOLOGIA

Die Prisca Theologia ist jene Lehre, die besagt, dass es eine einzige, wahre Theologie gibt, die Gott den Menschen in alter Zeit gegeben hat und die in allen Religionen, die sich auf eine „Heilige Schrift“ berufen, vorhanden ist. Dieser Rückgriff auf Gesetze eines Ursprun­ges war die eigentliche Triebfeder der Renaissance, welche zu den Naturwissenschaften der Neuzeit führte. Wir können dieses Urwissen offenlegen, welches in den Abgrenzungen und Zusammenhängen der Buchstaben des hebräischen Alphabets beruht.
Die zentrale Rolle, die das Alphabet in der Struktur des Schlosses spielt, ist mit der Sicht des Flamen Franciscus Mercurius van Helmont abzugleichen, der von 1614 bis 1699 lebte. Als österreichischer Untertan war er auch am kaiserlichen Hof in Wien tätig, wo er 1656 von Leopold I. geadelt wurde. Er schrieb 1667 die Abhandlung „Kurtzer Entwurff des eigentlichen Natur-Alphabets der Heiligen Sprache“ über die „adamitische Sprache“, die er mit dem Hebräischen gleichsetzte. Im Gegensatz zu ihm, der die Buch­staben als Elemente eines Klangkörpers auffasste, habe ich ihre Funktion als Lautzeichen von vornherein zurückgestellt, weil sie dem Verständnis ihrer Gesetzmäßigkeit hinderlich ist: Entscheidend ist ihre Funktion als Bild- und Zahlzeichen, die miteinander verschränkt sind. Damit kann das Buch Genesis als ein Wort für Wort durchgerechnetes Zahlengebäude erkannt werden, was die bisherigen Zugänge zu diesem Text hinfällig machen sollte.
Dazu sind einige Zitate aufgelistet:
Zitat Prisca theologia:
Allison P. Coudert  – Der Paukenschlag der Kabbala im 17. Jahrhundert: Leben und Denken von Francis Mercurius van Helmont (1614-1698)
Seite 64: Obwohl davon überzeugt, dass Hebräisch ursprünglich natürlich und göttlich gewesen war, nahm van Helmont an, dass dies für das zeitgenössische Hebrä­isch nicht mehr zutraf, weil die Juden die in ihrem natürlichen Alphabet innewohnende geheime Weisheit vergessen hatten.
Seite 74: Die chronologische Theorie, welche damals allgemein akzeptiert wurde, setzte Moses zuerst, und Pythagoras, Platon, Hermes Trismegistos, Orpheus (und all die anderen Weisen, welche angeblich für die verschiedenen Formen der Prisca Theologia verantwortlich waren) als seine Nachfolger. Es war eine brauchbare Chronologie, weil es den Christen erlaubte, heidnische Philosophie in einen christlichen Rahmen mit einzubeziehen, indem sie behaupteten, dass jede Philosophie letztlich davon abgeleitet war, und wie immer fragmentiert oder ungenau, die göttliche Offenbarung, die ursprünglich Moses gewährt worden war, repräsentierte. Der Glaube, dass die Bibel der Ursprung aller Weisheit war, bedeutete auch, dass es so etwas wie Fortschritt nicht gibt, außer im relativen Sinne einer Wieder­entdeckung. Wie Lovejoy und Boas hinwiesen, ist das Lob der Vergangenheit eine implizite Kritik der Gegenwart. In diesem Sinne spiegelt es „die Unzufriedenheit der Zivilisierten mit der Zivilisation.“
Seite 75 „.. Gibt es keinen Schlüssel, mit der die Mysterien der Heiligen Schrift geöffnet werden können? Und so wie das Alte Testament auf Hebräisch niedergeschrie­ben wurde und in keine andere Sprache übersetzt werden kann, um seine ihm eigene Kraft und Energie zu bewahren, können wir daher nicht auch anneh­men, dass dieser Schlüssel in der hebräischen Sprache (die wir so wie eine lebendige Sprache betrachten) zu finden ist? „
Mit van Helmonts Alphabet der Natur vor Augen fragt Knorr [von Rosenroth?] rhetorisch: „Wenn jemand nicht nur gelernt hat, den Willen und die Geheimnisse Gottes genauer und besser zu verstehen, sondern auch anderen die Möglichkeit geben könnte, um dies zu bewerk­stelligen, würde ein solcher nicht großen Nutzen erwirken? “ Er beantwortet seine eigene Frage so: „Der Nutzen wäre enorm. Alle unter­schied­lichen Übersetzungen des Alten Testaments könnten aufgehoben werden, wodurch eine Hauptursache der religiösen Zwietracht aus der Welt geschafft werden würde.
Seite 78: Die platonische Einstellung gegenüber Symbolen zeigt sich in van Helmonts Alphabet der Natur sehr deutlich insofern er die hebräischen Buchstaben als Hieroglyphen ansieht, deren Formen ein intuitives Wissen um ihre Bedeutung eröffnen.
Zitat geometrische Schöpfung
Prisca theologia und Philosophia perennis: .. die Mathematisierung des Kosmos: … nach der Gott, das Eine, sich geomet­risch in die Vielheit expliziert hat, sodass nicht nur die gesamte Schöpfung geometrisch geordnet ist, sondern in den geometrischen Proportionen und Harmonien der himmli­schen wie der irdischen Schöpfung gleichermaßen ein Abbild der göttlichen Vollkom­men­heit zu erkennen ist.
Eckhart Kessler, Die Philosophie der Renaissance, Munich 2008, page 133
Zitat John Dees Gedankenwelt
aus: Benjamin Woolley “The Queen’s Conjuror – the life and magic of Dr Dee. London 2002
Diese Biographie Dr.John Dee‘s, des genialen Hermetikers und Beraters der englischen Königin Elisabeth I, der von 1586-1589 auf Schloss Wittingau in Südböhmen lebte, enthält jene Schlüsselbe­griffe, die für das Verständnis des in Haggenberg verwirklichten philosophi­schen Programmes notwendig sind.
Seite 69f: Die Kabala war eine wirkungsvolle Kombination aus Sprache, Mathematik und Mystik, die auf dem Hebräischen basierte …. Es gab ein wachsendes Interesse für das Hebräische wegen der Möglichkeit, das in den alten Texten enthaltene Wissen freizulegen. Aber für die Kabalisten war Hebräisch viel mehr als eine andere Sprache, weil sie glaubten, dass in ihr die Geheimnisse des Universums eingebettet waren …
So war eine Analyse des Hebräischen eine Methode, die Struktur zu entdecken, die Gottes Schöpfung zugrunde lag. Die Gesetze der Natur waren ihre Grammatik, die Fakten der physischen Wirklichkeit ihre Begriffe …
Unter der Vielfalt der Methoden, die verwendet wurden, um Sprache zu studieren, gab es die Gematrie, also die Suche nach Zahlen, durch welche jeder Buchstabe des hebräischen Alphabets ersetzt werden konnte. Indem man dann mit diesen Zahlen arithmetische Operationen durchführte, z. B. durch „Addieren“ zweier Wörter, hoffte man, eine der Sprache zugrundeliegende mathematische Beziehung zu finden, die zeigen würde, wie ein Satz mit einem anderen zusammenhing … Das dreiteilige Universum der Kabala … spiegelt sich in der hebräischen Sprache selbst wieder, in … den zweiundzwanzig Buchstaben des hebräischen Alphabets, die sich in zwei Gruppen von neun – Einer und Zehner – und einer von vier Buchstaben – Hunderter – gliederten.
Seite 72f: Trithemius war einer der Begründer der modernen Geheim­schrift … Er behauptete, nicht lesen zu können, bis er fünfzehn war. In diesem Alter hatte er einen Traum, in dem ihm zwei Tafeln vorgelegt wurden: die eine war beschriftet, die andere bebildert. Aufgefordert, zwischen beiden zu wählen, wählte er die Tafel mit der Schrift, weil er sich ‚nach dem Wissen um die Heiligen Schriften sehnte‘… Trithemius fasste seine Karriere so zusammen: „Ich wollte immer wis­sen, was in der Welt zu wissen möglich war … Aber es lag nicht in meiner Macht, diesen Wunsch so zu erfüllen, wie ich es wünschte.“ Es war jenes Gefühl, dem Dee eines Tages verfallen sollte.
Seite 79: … ein Pangramm, … ein Satz, der alle Buchstaben des Alphabets enthält… Vermutlich wurde dieser Satz gewählt, um das Potential der Ziffer zu demonstrieren
Seite 154ff: In den Augen der Moderne ist [Kopernikus‘] „De Revolutionibus“ ein Werk, das eine alte Weltanschauung ausradierte. Aber für seinen Verfasser stellte es gerade das Umge­kehrte dar: eine Rückkehr zu einer alten, einfa­chen Idee, eine, die Kopernikus‘ Kritiker als heidnisch betrachteten, von der aber seine Befürworter behaupteten, dass sie Philosophie und Mathematik wieder auf denselben Kurs brin­gen würde. Das Buch ist voller Anspielungen, die durch die Renaissance-Faszina­tion von der Wiederherstellung der alten Theologie – der prisca theologia – inspiriert wurden, das Babel konkurrie­render Lehren, die von der Reforma­tion losgelöst wurden, vorauszusagen. Kopernikus rief sogar Hermes Trismegistus an, den „dreimal größten“ Prophet. Dieser wurde mit dem ägypti­schen Gott Thoth identifiziert, der von vielen Renaissance-Theologen als gleichberechtigt mit Moses betrachtet wurde.
Seite 328f: Dee hatte gehofft, dass die Wissenschaft – vor allem die Mathematik – den Mechanismus dieser seltsamen Verbindung enthüllen könnte. Mathematik würde, dachte er, die kosmische Fehlausrich­tung korrigieren und die göttliche Ordnung wiederherstellen …
Zitat: Die hermetische Konzeption der Schöpfung
Philipp du Plessis-Mornay (1549-1623) bezog sich in seinem in Antwerpen 1581 veröffentlichten Buch „De la verité de la religion chrétienne“ häufig auf Hermes Trismegistus, um zu beweisen, dass die ganze Natur ein Bild Gottes, der Makrokosmos „ein aufgeschlagenes Buch“ sei. Er verglich die hermetische Auffassung der Schöpfung mit der biblischen Genesis und sprach vom hermetischen „Sohn Gottes“ als von dem Logos.
aus: Roland Edighoffer, Die Rosenkreuzer, München 1995 Seite 81f.

DAS BUCH GENESIS

Meine Auseinandersetzung mit dem Buch Genesis begann in den Jahren nach dem Kontakt mit Hundertwasser, als ich, quasi durch das Schicksal meines Vaters gestoßen, über dieses wichtigste Zeugnis des Judentums und dessen Umgang nachzudenken begann. Angesichts der unglaublichen Auswirkung dieses Textes auf die Geistesgeschichte der Menschheit müsste hier irgendetwas Grundsätzliches nicht stimmen. Nach endlosen Versuchen, eine Regelmäßigkeit zu finden, begann ich, eine Ausgabe des Buches Bereschit (Toaff Edition, Turin, 1976) in kleinere Stücke zu schneiden, um das damit entstandene Puzzle wieder zusammenzusetzen. Ich kam zu dem Schluss, dass der Text aus verschachtelten Aussagen besteht, die in gewisser Weise miteinander verbunden sind, da ihr eine eigene Gesetzmäßig­keit zugrunde liegt. Voraussetzung dafür ist die Einsicht, dass das Buch Genesis nicht nur aus dem Text besteht, sondern auch aus dem, was nicht geschrieben steht, aber durch bestimmte Markierungen als Leerzeichen ausgezeichnet ist. Der Witz des Anfangs besteht in der Zählung der nicht geschriebenen, also leeren Zeile davor, sodass nur mit dieser der gesamte Text durchge­zählt werden kann. Dies führte zur Einsicht, dass dieser Text in etwas hineingeschrieben ist, in eine Matrix, die mit der Schöpfungswoche vorgegeben ist. Diese Erkenntnis führt den Text zurück zu seinen mathematischen Grundlagen.
Ich entdeckte, dass für diesen Text zwei Grundprinzipien gelten: Das erste Prinzip schließt das Leere mit ein, ist daher als die Aussage eines Gegensatzes zu bezeichnen, und das zweite erfasst den Text als Einheit seiner zwei gegensätzlichen Hälften, also das was innerhalb und das was außerhalb des gelobten Landes geschieht. Diese beiden Prinzipien werden in den beiden Kreisdiagrammen aufgezeichnet.

DER ERSTE SCHÖPFUNGSTAG

gegliedert in zwei Hälften, vier Werken, welche den vier ersten Buchstaben des Alphabets entsprechen und zehn Zeilen, welche die runde Summe des ersten Tages ausmachen.

Die erste Woche des Schöpfungsberichtes ist nicht nur in sieben Tage, sondern auch in zweiundzwanzig Grundbedeu­tungen und in fünfundfünfzig Zeilen gegliedert, welche als Sätze angesprochen werden können. Das Wesentliche des Anfanges ist die Dualität „geschrieben – nicht geschrieben“, also die Mit-Zählung des Nicht-Geschriebenen, das heisst, der ersten Zeile, die leer ist. 
Der erste Schöpfungstag beginnt mit dem ersten Viertel links oben. Er ist in vier Viertel eingeteilt, welche als die vier ersten der zweiundzwanzig Werke der Schöpfung Gottes zu bezeichnen sind. Jedes dieser vier Einheiten entspricht einem Grundbegriff bzw. Schlüsselwort des Textes, der wiederum der Bildfunktion der hebräischen Buchstaben entspricht. Gott als Urprinzip, dem ersten Buchstaben Alef zugeordnet – ohne dem die ganze Gliederung unverständlich bleibt; die Leere als Gegenprinzip, für die das Kaf steht; das Licht als Anstoß, dem Buchstaben Iod zugeordnet, und schließlich die Finsternis als Prinzip der Eingrenzung, welche durch das Teth verkörpert wird. Wie im ersten Tag, so beginnt jeder der weiteren Tage mit einem Schöpfungswerk, welches ziffernmäßig der Ordnungszahl des Tages entspricht, siehe unten.
Der Text ist von links oben gegen den Uhrzeigersinn zu lesen. Die zehn Zeilen sind symmetrisch in zwei Hälften von fünf Zeilen geteilt. Damit diese Abfolge stimmt, ist die erste Zeile leer. Die vier Schöpfungswerke sind symmetrisch einander gegenüber gesetzt. Ihre Beschriftung führt ihre Grund­bedeutung als Bildzeichen lateinisch und deutsch, ihre Reihenfolge und die Schlüsselwörter im Text, welche ebenfalls ihre Bedeutung bestimmen, auf. Weiters entsprechen sie auch der Lehre der vier Elemente, indem die vier Schöpfungswerke von oben links Wasser – Luft – Feuer – Erde zuzuordnen sind.
Diese Einteilung ergibt einen Raster, in den der Text hineingeschrieben ist, der sich als Wocheneinheit im gesamten Buch Genesis wiederholt.

DIE GENESIS ALS EINHEIT

gegliedert in vierzig Wochen, die alle der Schöpfungswoche der Genesis entsprechen:

Der gesamte Text ist als Kreis innerhalb eines Quadrats angeordnet und beginnt im inneren Kreis im oberen linken Viertel, der das gelobte Land umschreibt. Er ist in vier Sektoren von je neun Wochen innen und einem Sektor mit vier Wochen außen unterteilt: Die vier Viertel des inneren – sakralen Bereiches bestehen aus dem Bericht über die Vorgeschichte und den drei Geschichten Abrahams, Isaaks und Jakobs. Nicht der Beginn eines neuen Abschnittes ist für ihre Unterteilung entscheidend, sondern das Ende des vorigen Abschnittes, der jeweils mit der Leere, dem Tod eines der Patriarchen bzw. bei Jakob mit seinem Ausscheiden aus dem gelobten Land besiegelt wird. Solange der Patriarch lebt, wird ihm der Text, unabhängig von ihrem Inhalt, zugeschrieben.
Der Bereich außerhalb des Kreises bildet den fünften Textabschnitt, der nur aus vier Wochen besteht und ebenfalls oben links beginnt. Diese Wochen schildern die Geschehen von Jakob und Josef in Ägypten nach dem Ausscheiden Israels aus dem gelobten Land.

DAS TRANSKRIBIERTE ALPHABET

Als Alphabet bezeichnet man das Verzeichnis aller Buchstaben einer Schrift in einer bestimmten Reihenfolge. Das aus dem Phönizischen stammende hebräische Alphabet besteht aus zweiundzwanzig Buchstaben, welche nach ihren Ziffernwerten gereiht sind.
Die übliche Transkription der hebräischen in lateinische Buchstaben basiert auf ihrem phonetischen Wert, jedoch nicht auf ihrem gemeinsamen Ursprung und verhindert somit das Verständnis ihrer inneren Kohärenz. Um den Umgang mit den hebräischen Buchstaben für uns so einfach wie möglich zu gestalten ist nach einer möglichst einfachen Umschreibung zu suchen. Bei den meisten Buchstaben ist ihre Transkription durch ihre gemeinsame Wurzel naheliegend, für einige, wie Tsade, Shin, und Zayin muss man nach der passendsten suchen, um den Buchstaben durch einen anderen, ganzen, ersetzen zu können. Für uns stellt sich das hebräisches Alphabet, verkehrt gereiht, im Lateinischen wie folgt dar:

DAS ALEF-KAF ALS ISOGRAMM

Bei den hebräischen Buchstaben handelt es sich um Laut-, Zahl- und Bildzeichen (Hiero­gly­phen), welche anders gereiht werden können. Und zwar so, dass sich ein Isogramm ergibt.
Ihr damit offen gelegter Zusammenhang ergibt eine Bedeutungs­ordnung, welche zu den genialsten Ordnungssystemen überhaupt zählt. Denn das Alphabet ergibt nicht nur eine Aussage, sondern bildet ein System von Bedeutungsfolgen, welche sämtliche Wörter klassifiziert.
Die Anordnung der zweiundzwanzig Buchstaben, welche nicht wie üblich nach ihren Zahlenwer­ten gereiht ist, sondern so, dass sie Gegensatzpaare sowie ein Isogramm ergeben, also eine Aussage, in dem jeder Buchstabe einmal und nur einmal vorkommt, ist nach ihren beiden Anfangsbuch­sta­ben als „Alef-Kaf“ zu bezeichnen und lautet in hebräischen Buchstaben (von rechts nach links zu lesen):

In lateinische Buchstaben umgeschrieben und von links nach rechts gelesen, ergibt sich folgende Reihung:
Das Alef-Kaf ist zu Gegensatzpaaren zusammengefasst, symmetrisch aufge­baut und besteht aus zwei Sätzen mit jeweils fünf Wörtern und elf Buchstaben.
Die zweimal elf Buchstaben und zweimal fünf Wörter des Genesis-Isogramms auf hebräisch und deutsch mit den Namen der Buchstaben und den Bedeutungen der Wörter
Der erste Satz des Isogramms:
Der zweite Satz des Isogramms:
Die daraus resultierenden beiden Sätze des Isogramms lauten auf deutsch:
Diese Abfolge der zweiundzwanzig Buchstaben des Alef-Kaf entspricht der Folge der zweiundzwanzig Werke, aus denen sich die Schöpfungswoche der Genesis zusammensetzt. Alle weiteren Wocheneinheiten sind unterschiedlich lang, weisen aber alle dieselbe Gliederung in Werken und Zeilen auf, die mit und in der Schöpfungswoche festgelegt ist.
Die Harmonie dieser ersten Woche geht noch weiter: Denn hier enthält jedes Werk ein bestimmtes, mit ihm übereinstimmendes Schlüsselwort, wie dies im Diagramm des ersten Tages aufgezeigt wurde und nur in dieser Woche sind die Schöpfungswerke durch einen bestimmten Anfang oder ein Ende markiert, welches auf der Wiederholung gleicher Wortgruppen beruht.
Außerdem beginnen alle sieben Tage der Schöpfungswoche mit einem Buchstaben oder, was dasselbe ist, mit einem Werk, dessen Ziffernwert der Ordnungszahl der sieben Tage entspricht – hier rot markiert. Der vierte Tag, bestehend aus zwei Werken, ist aufgeteilt: Das erste Werk T gehört zum ersten Satz, das zweite Werk E ist bereits Teil des zweiten Satzes.

DIE BEGRIFFSORDNUNG DER BUCHSTABEN

Die beiden Sätze des Kodes legen die Formation des Gesetzes und die Begriffsordnung offen, die durch das Angleichen der Buchstaben entsteht, dem sich jedes im Buch Genesis verwendete Wort zuordnen und damit auch zählbar machen lässt. Der Beweis dieser Methode sind die runden Summen, welche sich aus allen Unterteilungen des Textes ergeben.

In der Liste des Alef-Kaf sind die Buchstaben als Ziffern, als Bildzeichen, als Schlüsselwörter, als Ordnungsbegriffe – hier in rot markiert – und als Grundbedeutungen der Werkeinheiten der Genesiswoche zusammen­gestellt, welche den Aussagen der zweiundzwanzig Übergänge im rituellen Rundgang des Schlosses entsprechen – hier rechts unter HAGGENBERG angegeben.

Die  in diesem Schema offen gelegte Reihung der Buchstaben als Grundbegriffe bildet die Grundlage für den mathematischen Aufbau des Buches Genesis. Mit ihr werden Tonnen wissenschaftlicher Arbeiten hinfällig, sie  erweisen sich als Hindernis, ja als Ärgernis für das Verständnis dieser Schrift. 

 

DER WAECHTER- KODE

Die Entdeckung der arithmetischen und geometrischen Gesetzmäßigkeiten der Genesis auf Grundlage der veränderten Reihung des hebräischen Alphabets stellt die Entschlüsselung ihres Zahlencodes dar, der gleichzeitig auch ihr Begriffskode ist. Er bedeutet die Wiederein­führung jener Schlüssigkeit, Klarheit und Eindeutigkeit in die Theologie, die mit Aufkommen der Naturwissen­schaften abhanden gekommen war. Damit lösen sich Urteile wie jenes eingangs zitierte in Nichts auf, führen zu einer logischen Einsicht in die Wege des Geistes, welche das religiöse Selbstverständnis in seinen Grundfesten erschüttern und dadurch neu festigen wird.
Dieser Kode ist der Beweis, dass die Buchstaben selbst es sind, welche die ursprüngliche Botschaft darstellen, das noch vor allen inhaltlichen Aussagen, welche sich des Alphabets bedienen, zum Tragen kommt und einem Naturgesetz zu vergleichen ist. Die Buchstaben selbst stellen das Ordnungs­muster, das Gesetz der Schrift dar. Alle Inhalte, was immer mit dem Alphabet niedergeschrieben wurde, kann es mit dieser Gesetzmäßigkeit nicht aufnehmen.
Es ist diese Botschaft, welche den gewohnten Umgang der monotheistischen, der „Schriftreligionen“ mit ihren sakralen Texten von Grund auf verändern, auf den Kopf stellen, ad absurdum führen wird, weil sie das Buch Genesis auf seine mathematischen Grundlagen zurückführt. Meine Entscheidung, diesen Text der hebräischen Tora in den Mittelpunkt meines Lebens zu stellen, fand im Wiederauffinden des Schlosses seine triumphale Bestätigung.
Die beiden Kreisdiagramme des Buches Genesis entsprechen den beiden kosmischen Grundsätzen der Entstehung und der Vereinigung, ebenso wie auf Schloss Hagenberg die figürliche Ordnung auf den beiden Aspekten der stärksten Kraft im Universum beruht: der Entstehung der Liebe und der Vereinigung in Liebe. Aus dem Zusammenspiel der Gesetz­mäßig­keit der Schrift und der Architektur an diesem Ort benenne ich diese epo­che­machende Entdeckung des revolu­tionären Urwissens, welche alle nach­folgen­den Texte relati­viert, den

WÄCHTER-KODE

Seine Vollkommenheit offenbart diesen Code als den Schlüssel, der die Geheimnisse der Schrift öffnet und sollte doch deshalb jeden, dem Harmonie ein Bedürfnis ist, der sie in sich trägt, zum Mitschwingen bringen.

Zitate zur Harmonie der Buchstaben
Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht ein Buchstabe des Gesetzes vergehen, bis alles geschehen ist. Neues Testament, Matthäus 5,18

„..so wie die Proportionen der Stimmen Harmonien fürs Ohr sind“, erläuterte 1525 der gelehrte Mönch Francesco Giorgi, „so sind die Maße Harmonien fürs Auge. Solche Harmonien erfreuen aufs Höchste, ohne dass jemand wüsste, warum, außer jenem, der über die ursächlichen Zusammenhän­ge aller Dinge Bescheid wisse.“
Rose-Marie & Rainer Hagen BILDBEFRAGUNGEN – 100 Meisterwerke im Detail, Köln 2000
Seite 281 Paolo Veronese: Der Herr am Tisch der Herren – Die Hochzeit zu Kana 1562/

Bedenke, dass man von der Richtigkeit einer Anschauung manchmal durch ihre Einfachheit oder Symmetrie überzeugt wird, d.h. dazu gebracht wird, zu dieser Anschauung überzugehen. Man sagt dann etwa einfach: „So muß es sein.“
Ludwig Wittgenstein, Über Gewißheit # 92.

Kontakt

E-Mail:
info@haggenberg-castle.at

Telefon:
+43 25248506

Details unter: Öffnungen

Die Besichtigung des Schlosses ist im Rahmen von Führungen gegen Voranmeldung unter 0664 4720187  möglich.

Wissen um die Mythologie der Antike erwünscht.

Die Restaurierung des Tempelsaales

Details siehe unter: Journal – Die Restaurierung des Tempelsaales

Spendenkonto:
Für laufende Erhaltung des Schlosses Überweisung von 20 - 50 - 200 Euro auf das Spendenkonto "Initiative Haggenberg "bei der RAIFFEISENBANK LAA/THAYA

IBAN AT83 3241 3000 0008 3824
BIC RLNWATWWLAA

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„DAS KODIERTE SCHLOSS – AUSGERAUBT UND VERGESSEN -
SICH ÖFFNEND FÜR JENE
MIT ACHTUNG JA LIEBE FÜR
DAS NÄCHST­E,
DAS EINFACHSTE -
BEREIT DAS ÜBLICHE
ÜBER BORD ZU WERFEN.“

 

Horst A. Wächter